LAWIF: Keep Calm And Startup!

Tick, tick, tick. Wenn man lange genug auf das Grazer Wahrzeichen starrt, kann man förmlich hören, wie die Zeit vergeht. Die süße Luise am Grazer Lendplatz bietet beste Voraussetzungen, um genau das zu tun. Tick, tick, tick. Meine drei Gesprächspartner und ich haben auf den rustikalen Stühlen Platz genommen und bestellen Wasser, Wein und Bier, um der drückenden Hitze der letzten Sommertage ein Schnippchen zu schlagen. Hinter uns türmt sich der Schlossberg mit seinen zig verliebten Pärchen, Fototouristen und eben dem Uhrturm als prägnantestes Merkmal auf. Tick, tick, tick. Clocktower’s watching us. Meinen Gesprächspartnern sitzt also – im wahrsten Sinne des Wortes – die Zeit im Nacken. Und das ist gut so. Denn die jungen, kreativen Köpfe neben mir scheinen die Gunst der Stunde wortwörtlich zu nutzen und verwandeln Zeit in Arbeitszeit und normale Wochenenden in Intensivwochenenden, um ihr Startup-Projekt – die Entwicklung der App LAWIF – voranzutreiben.

LAWIF steht für Look Around What I Found. Ganz nach dem Motto „Schau da an, was ich gefunden hab’“ soll die App einerseits die Grazer Innenstadt beleben und andererseits zum täglichen Begleiter der User werden. Wie? Eigentlich ganz einfach: Wie der Name schon sagt, lässt man andere User an schönen, interessanten oder kuriosen Entdeckungen teilhaben, die einem bei einem Trip durch eine Stadt vor die Kameralinse kommen. Das können Kleidungsstücke, Dekoartikel oder Geschenkideen ebenso sein wie Möbel oder Videospiele. Später soll auch eine eigene Food-Kategorie in die App implementiert werden. Sein Foto versieht man vor dem Upload dann mit der entsprechenden Fundlocation, die automatisch erkannt wird, und passenden Hashtags. Beim Öffnen der App wird der eigene Standort ermittelt und man bekommt die Fotos der anderen App-Nutzer in einem Umkreis von 20 Kilometern angezeigt. Mit der Suchfunktion kann man auch nach bestimmten Hashtags wie zum Beispiel #games oder #vintage suchen. Eine simple Idee, die Wirkung zeigen soll, wie mir die 28-jährige Grazerin Matea, Gründerin und Creative Director von LAWIF, erzählt: „Um zu sehen, was eine Stadt ausmacht, denkt man am besten an seinen letzten Urlaub zurück. Bei jedem Aufenthalt sind die Fragen ‚Wo kann ich hier shoppen gehen?’ und ‚Wo gibt’s hier gutes Essen?’ zentral. So etwas braucht’s aber auch für zuhause. Es ist nicht nur positiv für die Unternehmen in der Stadt, sondern auch für alle in der LAWIF-Community, denn durch die Fotos der anderen Nutzer zerplatzt die eigene Filterblase und man wird von Dingen inspiriert, die man sonst vielleicht nie gefunden hätte. Falls das Modell in Graz richtig gut funktioniert, kann man es später problemlos auf eine andere Großstadt umlegen.“ Klingt plausibel. Aber was habe ich als Nutzer davon, ein Foto von meinen neuen supergeilen Sneakers zu posten? „Wir wollen die Leute nicht mit plumpen Rabatten anlocken, sondern mit dem Leben in der Stadt. Wenn Leute ein Bild mit dem Glühbirnen-Symbol auf ihre Inspiration-List setzen, bekommt derjenige, der das Foto hochgeladen hat, einen Punkt. Wer am Ende des Monats die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt etwas Besonderes, Außergewöhnliches aus der jeweiligen Stadt geschenkt – genauere Informationen folgen noch im Herbst 2017″, weiß Lukas, ebenfalls Mitglied des LAWIF-Teams. Mittlerweile können die insgesamt fünf Köpfe hinter der App auf die Unterstützung von knapp 50 Grazer Händlern zählen.

Lawif Logo
Mit der App „Look Around What I Found“ wollen fünf junge, kreative Köpfe die Innenstädte beleben. © LAWIF

Der 24-Jährige Oberösterreicher Lukas, der Mr. Content im fünfköpfigen LAWIF-Team, verdankt den Spitznamen seinem Know-how im Bereich Suchmaschinenoptimierung, Content-Strategie und Social-Media-Marketing und ist wie Matea eher im kreativen Feld beheimatet, während mein dritter Gesprächspartner, der 24-jährige Manfred, an theoretischen, wirtschaftlichen Fragestellungen interessiert ist. Mit dabei im LAWIF-Team – und beim Spritzweinjugend-Interview leider nicht anwesend – sind auch die 23-jährige Lisa, zuständig für Design- und Brandingangelegenheiten, und die 28-jährige Kathrin, Expertin im Bereich Finanzmanagement.

Keine Sorge, auch ich hab’ mich gefragt, wie so unterschiedliche Persönlichkeiten aus verschiedenen Fachgebieten und Bundesländern aufeinandertreffen und beginnen, zusammen an einer App zu basteln. „Eigentlich ist unser erstes Aufeinandertreffen echt verrückt. Ich wollte mir beim Grazer Startup Playground im November 2016 nur Ideen holen und mir einige Pitches ansehen. Spontan wurde ich dann eingeladen, die Idee zu präsentieren, die ich schon länger im Kopf hatte. Kathrin, Lukas und Manfred waren auch anwesend und zeigten sich sofort begeistert von der Vision, eine App zur Förderung des Innenstadtlebens zu entwickeln. Ein Anruf genügte und auch meine Geschäftspartnerin Lisa war mit im Boot. Wir haben dann knapp zwei Tage an einem ersten Entwurf der App gearbeitet und LAWIF war schlussendlich geboren“, meint Matea, die neben LAWIF gemeinsam mit Lisa auch die Designagentur NOX-Productions gegründet hat.

Manfred, Lisa, Matea, Lukas und Kathrin - das Team hinter LAWIF.
Manfred, Lisa, Matea, Lukas und Kathrin – das Team hinter LAWIF. © LAWIF

Die Zusammenarbeit der fünf jungen Wilden hätte allerdings nicht von Beginn an so reibungslos funktioniert, würde sie nicht eine gewisse Leidenschaft für die Startup-Szene vereinen. „Die Leute brennen für ihre Ideen, das schweißt zusammen und steckt an. Es ist diese Einstellung immer mehr als 100% zu geben, mehr zu tun, als man eigentlich müsste, die uns fasziniert“, ergänzen Lukas und Manfred. Und meine drei Interviewpartner schwingen nicht nur pathetische Reden. In ihren Augen brennt das Startup-Feuer, in ihren Ohren tickt die Zeit, deren kostbare Sekunden sie auch weiterhin vollends nützen werden. Look Around What I Found, schaut’s her, was ich gefunden hab: Ein Team aus engagierten, jungen Menschen, die nicht zögern, sondern handeln und ihre Visionen in die Tat umsetzen.

 

Ihre Namen sind Matea Acimovic, Lukas Krainz, Manfred Forstinger, Lisa Taurer und Kathrin Schröttner. Sie sind jetzt Teil der Spritzweinjugend.

 

Kontakt:

LAWIF – Website

LAWIF auf Facebook

… und natürlich als App im App Store & Google Play Store!

 

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