THE Spritzweinjug_END

Ich war immer schon ein Gegner von Sprichwörtern und Redewendungen, die man um ehrlich zu sein doch nur in ein Gespräch oder einen Text einbaut, um klüger zu wirken, als man eigentlich ist. Und doch muss ich zugeben, dass das Geschwafel vom „Aufhören, wenn es am schönsten ist“ nicht besser als Motto für diesen Text passen könnte. Wenn ihr mein halblustiges Wortspiel im Titel aus saisonbedingtem Prüfungsstress oder Glühweinrausch überlesen oder nicht verstanden habt, ahnt ihr spätestens jetzt, was Sache ist – die Ära der Spritzweinjugend neigt sich dem Ende zu. Schluss. Aus. Ende. Während einige von euch jetzt vielleicht (und hoffentlich) denken „Schade, war gar nicht so schlecht“, werden andere ein „Endlich is’ der Scheiß vorbei“ murmeln und wieder anderen wird es am – aufgrund der aktuellen Temperaturen abgefrorenen – Arsch vorbeigehen. Und trotzdem möchte ich euch kurz erklären, warum ich mich dazu entschieden habe, mein Baby in den ewigen Schlaf zu schicken.

Wir alle wachsen und verändern uns. Diese Worte hat mir der in Dänemark lebende Steirer Alessandro Painsi vor Kurzem mit auf den Weg gegeben, als ich ihm vom SpritzweinjugEND erzählt habe. Ich bin auf den jungen talentierten Maler durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden und hätte ihn bestimmt irgendwann für die Spritzweinjugend interviewt, wäre das Projekt jetzt nicht am Ende. Nein, halt. Das klingt ziemlich armselig. „Am Ende“ wäre es, hätte es in den letzten Wochen niemanden mehr interessiert und das war zum Glück nicht der Fall. Einigen wir uns auf „das Projekt ist beendet“ – so, weiter im Text.

Die Nachricht vom „Wachsen und Verändern“ passt wie die Faust aufs Auge (Schon wieder so ein deppates Sprichwort. Vielleicht bin ich auch nur einer dieser Klugscheißer-Scharlatane …). Nur schade, dass das „wachsen“ lediglich im übertragenen Sinne gemeint und nicht auf die Körpergröße bezogen ist – ein paar Zentimeter hätte ich zu meinen 1,74 schon noch vertragen. Naja, egal.
In den letzten Monaten hat sich viel in meinem Leben getan. Ich durfte bei einigen Praktika interessante Erfahrungen im Medienbereich sammeln, habe einen saugeilen Nebenjob ergattert und bekomme immer wieder Aufträge für Eventmoderationen. Ganz nebenbei studiere ich noch an der FH und verfolge – weil ich einfach nie, nie, nie Nein sagen kann – einige Projekte. Das alles gestaltet sich als sehr zeitraubend und ich hatte in den letzten Wochen das Gefühl, als könnte ich nicht mehr genug Zeit für mein Spritzweinjugend-Baby aufwenden und es entsprechend füttern. Und weil ich dieses Baby nicht wirklich aussetzen – sprich, in fremde Hände geben oder einfach halbherzig weiterpfuschen – will, habe ich mich dazu entschlossen, es in einen ewigen Spritzweinjugend-Schlaf zu schicken.

Aber in Wahrheit kann man das, was sich in den letzten 14 Monaten aus der Spritzweinjugend entwickelt hat, nicht mehr als Baby bezeichnen. Ich war überwältigt, von den positiven Vibes, die mir nach dem Launch meiner Website entgegenschlugen. Die Aufrufzahlen haben sich wöchentlich gesteigert und sind bis zum heutigen Tag konstant geblieben. Ich wurde auch beim Fortgehen auf die Spritzweinjugend angesprochen und muss zugeben, bei jedem Mal stolz gewesen zu sein. Die Spritzweinjugend hat sich zu einer Mini-Marke entwickelt und darüber werde ich mich noch einige Zeit freuen.

Es wäre vollkommen arrogant und falsch zu behaupten, dass dieses Baby nur durch mein Zutun bekannt wurde. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass sich 26 junge Menschen die Zeit genommen haben, um mit mir Gespräche über ihr Schaffen zu führen. Danke für eure Zeit und euer Engagement. Ich bin mehr als überzeugt, dass eure Projekte Potential haben und perfekt in unsere Zeit passen – sonst hätte ich euch schließlich nicht belästigt und um ein Interview gebeten.
Die von mir porträtierten Personen sind allesamt Aushängeschilder für unsere verdammt geile „Generation Why not?“. Und ich hoffe, dass diese Generation in ihrer Ideentrunkenheit noch ganz lange so weitermacht.

Danke auch an alle Medien, die sich für mein Projekt interessiert und es durch Artikel und Posts gepusht haben.

Und zu guter Letzt: Danke an euch Leserinnen und Leser. Danke, dass ihr euch jetzt irgendwo zwischen Glühweinstand, Uni-Bib und Couch die Zeit nehmt, diese letzten Zeilen zu lesen. Und auch wenn ihr nur zwei, drei Mal auf der Seite vorbeigeschaut habt – danke dafür.

Aber genug, wir wollen doch hier am Ende nicht sentimental werden. Es waren für mich 14 lehrreiche, interessante Monate, von denen ich persönlich wahnsinnig viel mitnehmen konnte und von deren Erfahrungen ich auch noch lange Zeit zehren werde. So, genug gesagt.

Also. Sleep well, Baby.

 

Patrick Schlauer

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